Und zum Schluss ein Fazit

So, es ist der letzte Freitag im Jahr. Damit geht auch das Projekt amaaaaaazing year zu Ende. Wider Erwarten hielt ich durch. Um das Fazit gleich vorwegzunehmen: Nein, das Jahr war nicht grade amaaaaaazing. Es war zwar nicht so eine Katastrophe wie 2016. Aber es war wirklich nur eine Steigerung auf ziemlich niedrigem Niveau.

Was ich mitnehme: Viele Momente, die ganz ok waren. Ich habe mich oft dabei erwischt, wie ich darüber nachdachte, ob ich das jetzt im Blog verwursten kann. Erst hab ich gedacht: Du hast sie ja nich mehr alle, lebst du jetzt nur noch für deinen Blog, oder watt? Und dann wurde mir klar, dass ich da nur drüber nachdenke, weil ich grad was Gutes erlebe. Das ist schon was Wertvolles. Ein Bewusstsein, das ich hoffentlich auch über das Ende des Projekts bewahren kann.

Mal sehen, 2017 habe ich:

  1. Mich daran gefreut, dass ich wieder etwas habe, das mich intellektuell fordert. Der Flauschige-Tiere-Kurs geht auch in neuem Jahr weiter, an einem neuen Standort, mit neuen Leuten und etwas anderer, aber gleichbleibend hoher Motivation.
  2. Mich daran gefreut, dass ich auch dann meinen Galgenhumor bewahre, wenn’s dicke kommt. Ach komm, und guten Sex hatt ich auch (danke Lila für die Erinnerung). Und ich hab das goldigste Hasi von der Welt (grad erst zweieinhalb goldige Stunden mit ihr telefoniert <3)
  3. Mich darüber gefreut, dass ein Abschied vom Helene-Fischer-Terrornachbarn absehbar wurde. Was lange gärt und so.
  4. Mich über die Überwindung mehrer unappetitlicher Infektionen gefreut. Und schon mal auf die Rückkehr von No. 2 mit Spezialitäten aus seiner Heimat. War megalecker!
  5. Mich über mehr Sozialkontakte gefreut. Habe tatsächlich im Exil einen wertvollen Menschen getroffen, der mir nun glatt fehlt. Ach ja, und am Ballett hab ich mich erfreut. Schööön.
  6. In Erinnerung an Budapest-mon-amour geschwelgt und mich auf Irland gefreut. Mit der Befürchtung vor dem regennassen Kältetod lag ich allerdings leider nicht soo falsch.
  7. IRLAND!!!
  8. Und weil’s so schon war: Noch mal Irland. Irisch und Linksverkehr.
  9. Das Nichtstun genossen.
  10. Einfach eine weitere Woche überstanden. Eine der wenigen Wochen, in denen mir nicht so richtig was Dolles eingefallen ist.
  11. Mich mal schadengefreut an der Dussligkeit des (Ex!!!) Chefs. Und mich echt gefreut an den ersten Zeichen des Frühlings.
  12. Kurz alte Zeiten genossen und Herztöne für mich entdeckt. Sollte ich mich mal wieder mehr mit beschäftigen.
  13. Mich über einen unerwartet freien Tag enorm gefreut. Ich kann mich überhaupt nicht erinnern, aber ich muss den wirklich nötig gehabt haben.
  14. Mich auf eine Zeit in der Heimat gefreut.
  15. Das endgültige Verschwinden des Nachbarn gefeiert. Schlaaaaf, oh süßer Schlaf!
  16. Mich ein bisschen kindisch-gemein verhalten und es genossen. Gnihihi.
  17. Bücher!!! Ach, und Yoga. Mach ich viel zu wenig in letzter Zeit. Man kommt zu nix als arbeitsloser Assi.
  18. Mich an Überwundenem, Verlorenem und Überstandenem gefreut. Und dann kam das olle Jojo.
  19. Mich schon wieder kindisch-gemein verhalten. Naja, damals war ich noch 29, JETZT bin ich ja viel erwachsener.
  20. Ein Koala! Hach, süß.
  21. Mich vorgefreut auf ein Konzert von den Punker-Jungs. War wie immer… interessant.
  22. Mich darüber gefreut, dass der Sommer wenigstens kurz seine Existenz andeutete und die Eidechse mal ihre Glieder strecken konnte.
  23. Mich an Normalität, Freizeit und Freunden gefreut. Kann mich wieder nur an die Hälfte erinnern. Ist das traurig.
  24. Pfeeeeeeerdeeeee!!!
  25. Und noch mal!
  26. Die Ehe für alle gefeiert. Hach, das war fein! Darauf nochn Sekt.
  27. Einen schönen Heimatbesuch gemacht.
  28. Mich auf den Sommerurlaub vorgefreut. Und dann war er noch besser als erhofft!
  29. Noch mal ne schöne Zeit in der Heimat gehabt.
  30. Beschlossen mit dem Nettsein aufzuhören. Hm, gut, dass ich mich daran erinnere. Ich habe schon Fortschritte gemach. Einmal mehr einfach nö gesagt. Aber da ist noch Luft nach oben.
  31. Angefangen, Norwegisch zu lernen. Macht immer noch Spaß. Ich muss mich allerdings immer wieder dran erinnern, dass ich noch keine fünf Monate dabei bin und ich es vielleicht nicht mit meinem Spanisch vergleichen sollte. Dafür habe ich auch mehr als fünf Monate gebraucht…
  32. Mir zwei Wochen Drückebergerkrankheit gegönnt, um endlich die Kräfte zu sammeln, um den Scheißjob zu kündigen. Was ein Befreiungsschlag. Wahnsinn, das Gewicht, das in den Wochen von mir abgefallen ist.
  33. Mich am Nichtstun in Kombination mit Heimat gefreut. Haaaaach. Wackle jetzt noch entspannt mit den Zehen.
  34. Mich von erstem Ballast befreit.
  35. Alle Stricke gekappt. Ich Wahnsinnige! Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich einiges überstürzt habe. Es hätte nicht alles SO wahnsinnig laufen müssen. Aber es war SO NÖTIG.
  36. Mich darüber gefreut, dass ich nicht zur Mörderin wurde.
  37. PIZZA!!!
  38. Mich an meiner chilenischen Blase gefreut.
  39. Die Bundestagswahl ohne Kratzer überstanden. Und mich an der wertvollen Person aus dem Kurs gefreut. Hach, mein Lachsschnittchen.
  40. Mich über Freunde gefreut. Leute, die ohne dass man damit rechnet einfach da sind, sind doch die geilsten.
  41. Mich am Sonnenuntergang auf der Elbe gefreut. Und meiner emotionalen Lösung von No. 3. Er ist mir mittlerweile tatsächlich völlig wurscht.
  42. Mich nochmal über Freunde gefreut. Auch wenn ich den konkreten Anlass schon vergessen hab.
  43. Mich über meine Betriebskostenabrechnung gefreut. Gäld! Hat auch nur sechs Wochen gedauert, bis ich es bekam. Und ich war schon wieder schadenfreudig. Weil die von der Konkurrenz halt nich so schlau sind wie ich.
  44. Mich noch mehr schadengefreut, weil auch die Kollegen im mittlerweile Ex-Laden nix können. Ich lese nicht, was sie treiben. Ich habe seit meinem letzten Arbeitstag nicht ein einziges Mal geguckt, was da so produziert wird, ob sich die Jungs noch eingekriegt haben, obs wen Neues gibt oder ob der Laden vor die Hunde geht. Is mir wurscht.
  45. Mir bewusst gemacht, dass es immer schlimmer geht.
  46. Hach, der große Bruder. Wir sind irgendwie wacklig zusammengerückt…
  47. Mich über das Geburtstagsgeschenk vom großen Bruder gefreut. Eheh, das wird super. Also… Sollte jemals wieder gutes Wetter sein.
  48. Den Wahnsinn endgültig hinter mir gelassen.
  49. Den Amaaaaaazing-Freitag einmal ausgelassen, weil’s mich mal wieder hart getroffen hatte. Dann aber doch noch nen süßen Igel nachgeschoben.
  50. Mich auf die Party beim liebsten Ex-Kollegen vorgefreut. Die nett war, aber unsexy
  51. Mich über die Wintersonnenwende gefreut.
  52. Und mich über Weihnachten gefreut. Immer wieder schön.

Wie man sich so ein Jahr schönreden kann, wenn man den ganzen Dreck zwischendurch weglässt…

Damit ist die Reihe offiziell beendet. Wie erwähnt: Sie hatte ihre Vorteile, eine literarische Bereicherung war sie aber sicher nicht. Und in meinem Blog wird es kein „Muss“ mehr geben. Im Leben darf jedoch gerne weiter vieles amaaaaaazing sein. Und – ein Vorsatz fürs neue Jahr – glorious.

I feel glorious, glorious
Got a chance to start again

Guten Rutsch, everyone.

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Im Grunde…

… werde ich nur älter, fetter und immer nutzloser.

Evolution

Ich wühlte in alten Posts auf meinem Blog – aus Gründen. Und stellte allerhand fest.

So ist zum Beispiel meine Erinnerung an No. 5 irgendwie schief – ich nehme an, bedingt durch seine recht nervigen Stalking-Anfälle der letzten Jahre. Ja, er hatte mich zuletzt unglaublich gelangweilt und genervt und dann hatten wir beide andere Prioritäten. Aber davor hatte ich offensichtlich ziemlich aufregenden Sex mit ihm. Oder zumindest kam mir das so vor… Letztlich kann ich das gar nicht mehr beurteilen, ziemlich aufregenden Sex hatte ich schon ziemlich lange nicht mehr.

So habe ich mich zum Beispiel Ende 2015 sehr über das vergangene Jahr beschwert, aber in den Posts davor nicht so richtig einen vernünftigen Grund gefunden.
Liebe Darf man das? von damals: Ja, es kam schlimmer. Viel, viel, viel schlimmer. Du jammerst auf ganz hohem Niveau.

So habe ich zum Beispiel Mitte 2014 in einem Kommentar geschrieben: „ich hätte gern DEN EINEN“.
Liebe Darf man das? von damals: Whaaat? Hattest du Fieber? Sind wir die gleiche Person?-
Ich kann mich überhaupt nicht erinnern, dieses Bedürfnis mal gehabt zu haben. In meinem Kopf habe ich mit dem Beziehungsquatsch nur mal angefangen, weil ich dachte, das muss so, machen ja alle so. Und habe dann ziemlich schnell festgestellt: So richtig ist das nichts für mich. Und dann noch eine Weile überlegt, ob es vielleicht einfach NOCH nichts für mich ist. Oder ob „der Richtige“ einfach noch nicht vorbeigetanzt ist.
Mittlerweile sage ich in voller Überzeugung: Das ist WIRKLICH nichts für mich. Ja, es ist nett, wenn man mal mit jemandem kuscheln kann, jemanden hat, mit dem man 1.003 Insider-Witze hat, mit dem man alles Mögliche teilen kann und will. Aber insgesamt bin ich zu gern allein. Ich möchte selbst steuern, wann ich etwas mit jemandem teilen möchte. Sei es mein Bett, ein Erlebnis, etwas Lustiges… Ein Partner funktioniert aber nicht auf Knopfdruck. Deswegen habe ich mir dafür andere Wege gesucht. Für jedes Interesse eine/n passende/n Freund/in. 2.006 Insider-Witze. Mir fehlt… nichts. Ich habe keine unstillbaren Sehnsüchte. Sex könnte ich durchaus mehr haben, aber ich bemühe mich grade nicht ernsthaft darum. Es scheitert derzeit am ehesten daran, dass ich grad keine Lust hab, mir die Beine zu rasieren und das Haus zu verlassen und dann auch noch schön zu tun, bis endlich die Klamotten vom Leib sind. Da sind im Moment die Prioritäten für den Einsatz meiner Ressourcen anders. Aber WENN ich dann mal wieder rumficke, dann nicht nur mit einem. Ich fand das eigentlich ganz nett, mal hier, mal da zu naschen. Unterschiedliche Stile zu genießen. Hin und wieder was zu lernen. Und woanders wieder einzusetzen. Das ist aufregend. Das möchte ich mir gerne bewahren.

Mal sehen, wie ich darüber in drei Jahren denke. Ob ich mich überhaupt an das erinnere, was ich jetzt denke. Die Dinge entwickeln sich. Ich entwickle mich.

Alles fließt.

Bett, mon amour

Seit zwei Wochen dauernd auf den Füßen. Arbeiten und noch arbeiten, Flauschige-Tiere-Kurs, Flauschige-Tiere-Kurs und anschließend Party, arbeiten und noch mehr arbeiten, nach der Arbeit noch vier Stunden im Zug, tot ins Hotelbett knallen, zum sinnlosen VorstellungsVerkasperungsgespräch gehen, vier Stunden im Zug und danach noch zur Arbeit, Flauschige-Tiere-Kurs und anschließend Ersatzdroge.

Und JETZT liege ich endlich, endlich im Bett. Werde mich die nächsten 40 Stunden maximal zum Klo begeben. Und NICHT in den Kalender gucken. Denn nach diesem einen freien Sonntag, warten noch mal knapp drei Wochen ohne freien Tag auf mich. Mindestens. So genau will ich es nicht wissen.

Abschied von Peter

Wann Peter Teil meiner Familie geworden ist, weiß ich nicht mehr. Wann ich Teil seiner Familie geworden bin, weiß ich noch ungefähr. Irgendwann in der sechsten oder siebten Klasse, als No. 1a und ich uns gefunden haben.

Peter war der einzige Mensch, der noch exzentrischer war, als wir gern gewesen wären. Der uns in unserer Exzentrik bestärkt hat und wir ihn in seiner.

Peter, der Autogramme gab, nachdem ihn ein Kellner mal für einen bekannten Schauspieler gehalten hat – dem er tatsächlich ähnlich sah.

Peter, der irgendwann mal im Garten meiner Eltern stand, um No. 1a abzuholen und dann zum regelmäßigen Gast wurde – nur um barfuß durchs Moos zu laufen.

Peter, der jedes Weihnachten in meinen Haaren wuschelte und nach seiner Frage, was ich denn im letzten Jahr so getrieben habe, glückselig seufzend feststellte: „Du bist ja so ne Zielstrebige!“

Ach echt?

Peter, Vater von drei Kindern, Opa von sieben Enkeln und so schwul, dass das Klischee alt aussah.

Der das Glück hatte, dass sowohl seine eigene Familie als auch die Familie seines Freundes es total ok fanden, dass sie ein Paar waren.

Ein Paar, das mir Hoffnung gemacht hat, dass irgendwann mal ein ungezwungener Umgang mit allen möglich ist.

Peter, dessen einzige Sorge nach der Krebsdiagnose die war, dass er fett werden könnte.

Dass er sterben könnte, war nicht geplant.

Bin ich nicht einverstanden mit!