Die ewige To-Do-Liste

Da sollte man meinen, dass die To-Do-Liste kürzer wird, je mehr man abarbeitet. Aber nein, ihr Name ist Hydra.

Irgendwas sticht mir immer im Magen. Und wenn es nur die dräuende Arbeitslosigkeit ist.

Bald ist Sonntag und Sonntag entfliehe ich dem Wahnsinn gen Heimat. Da hätte Hydra auch noch ein paar Köpfe (wie zum Beispiel endlich mal mein Kinderzimmer entrümpeln), aber wenn ich mit Pferd, Garten und Schwimmen beschäftigt bin, kann ich sie weiter weg drängen.

Das hat gefälligst amaaaaaazing Entspannung zu werden!

Und wenn ich ganz ehrlich bin: Es ist ziemlich amaaaaaazing nicht zu der bekloppten Arbeit zu müssen… Ich fühle mich tatsächlich deutlich produktiver. Und ob nun ich den Job mache oder der dressierte Affe… Es gibt doch wertvollere Dinge, die zu tun sind.

Mir stellt sich immer stärker die Frage nach dem Wofür. Und: Will ich wirklich gleich ins nächste Hamsterrad springen? Wofür? Um den Ansprüchen von Staat und Gesellschaft zu entsprechen? Toll!

Ich verstehe und schätze das Prinzip der Solidarität, aber mir ist grad mehr nach dem Prinzip der einsamen Insel…

Fest steht: Ich geh nicht mehr irgendwohin, wo ich eigentlich gar nicht sein will!
Und ne 105%-Stelle nehm ich auch nicht wieder…

Nun gut. Ich sehs mal so: Ich bin endlich aus meinem Trott ausgebrochen, was ja wirklich mehr als überfällig war. Wenn ich daran denke, dass ich vielleicht noch in zehn Jahren in dieser Situation festgesteckt hätte, krieg ich ne nachträgliche Panikattacke. Jetzt dreh ich mich noch ein bisschen orientierungslos im Kreis, aber ich glaube, es wird. In Minischrittchen, aber die sind besser als Stillstand.

ES WIRD SCHON. (Man muss sich auch mal selbst belügen.)

Es wird amaaaaaazing. Irgendwann.

Liebe Woche, ich habe leider kein Foto für dich

Amaaaaaazing-Time.

Hm.

Die Woche war so durchschnittlich wie nur irgendwas. Keine besonderen Hochs, keine besonderen Tiefs. Und das trotz Rückkehr aus dem Urlaub. War halt so. Trotz sieben Tagen Schicht am Stück. Is halt so. Trotz wichtigtuerischem Volontär. Gut, DEN WERDE ICH BALD TÖTEN, UMBRINGEN, ABSCHLACHTEN. Ommm. Und ich bin immer viel zu nett zu ihm. Grrrr.

Ich kann mich im Moment nicht so richtig für irgendwas begeistern, weil ich so furchtbar mit mir selbst beschäftigt bin. Ich bin ziemlich unzufrieden mit mir. Weil ich so undiszipliniert bin. Was das Zeitmanagement angeht, was das Essen angeht, was den Sport angeht, was die Jobsuche angeht, alles. Weil ich irgendwie falsche Prioritäten setze, mir darüber bewusst bin und doch nichts ändere.

Weil ich nicht endlich mal klar Schiff mache, was meine Kontakte angeht. Ich gebe mich derzeit mit so vielen Leuten ab, die ich gar nicht in meinem Leben haben will. Weil sie mir nicht gut tun, weil ich von ihnen genervt bin, weil sie von Anfang an ne schlechte Wahl waren. Aber statt denen einfach mal noch n schönes Leben zu wünschen, widme ich ihnen immer noch meine kostbare und nicht gerade üppige Zeit. Weil ich zu nett bin. Aus Gewohnheit. Weil ich denke, irgendwann könnte mir diese Person noch nützlich sein. Aus Gründen. So eine Scheiße. Warum denk ich so?

Auf der anderen Seite sehne ich mich nach neuen Impulsen durch neue Personen. Aber mich mal dazu aufzuraffen, Impulsgeber zu suchen, krieg ich auch nicht hin. Am Ende investier ich da nur wieder Zeit und Energie und nach drei Tagen, drei Wochen oder drei Monaten stellt sich die Person doch als Flachpfeife raus. Und dann hab ich noch sone Nase an der Backe, die ich eigentlich gar nich mehr sehen will, aber – siehe oben.

Eigentlich bin ich die Flachpfeife.

Ich habe gerade ein sehr starkes Bedürfnis nach Veränderung. Allerdings habe ich das Gefühl, dass ich da an zu vielen Fronten gleichzeitig kämpfe, keiner so richtig die Energie widmen kann, die ich ihr gerne widmen würde und so zu gar nichts komme. Ich habe ein bisschen die Hoffnung, dass ich in irgendeinem Bereich zumindest etwas Kleines ins Rollen bekommen kann und daraus irgendwann und mit Geduld mehr wird. Vielleicht habe ich auch den Veränderungen, die bereits eingetreten sind, nicht genug Wertschätzung zukommen lassen. Oder sie waren am Ende nicht so wichtig wie ich dachte. Wer weiß.

Als allererstes muss ich mit dem Nettsein aufhören.

Einfach endlich rauslassen, was ich wirklich denke. Das wird amaaaaaazing.

Auf Veränderungen!

404

In einer Stadt, in der ich nicht leben will, für einen Job, der mir keinen Spaß mehr macht, scheiße bezahlt ist und dämliche Arbeitszeiten mit sich bringt, in einer Wohnung, die mich nervt und in der es schon wieder von der Decke tropft.

Irgendwie kommt mir ein Job an der Supermarktkasse in der Heimat grad attraktiv vor…

Sexstress

Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden. Das ist nichts Neues. Ich will es ändern. Ich stresse mich damit.

Andere Leute fragen, wollen wissen, obs was Neues gibt, ob sich was geändert hat, nein? Warum nicht? Das stresst mich.

Ich mache mir selbst genug Stress, danke, nett, dass ihr fragt, aber lasst mich in Ruhe!

Sex war lange eine Möglichkeit, Druck abzulassen. Den Kopf auszuschalten. Mich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Zu genießen. Zu entspannen.

Dann verging mir die Lust.

Aber ich will, ich muss, ich brauche!

Jedes Fünkchen Lust muss riesige Erwartungen erfüllen. Und verkrümelt sich dann lieber schnell.

Mein Ventil gleitet mir durch die Hände, mein Garant für Wohlbefinden und Selbstbestätigung – wech.

Dass ehemalige und aktuelle und eventuell zukünftige Nummern immer wieder drängeln – wann und wo und wie? – macht es nicht besser.

Ich mache mir selbst genug Stress, danke, nett, dass ihr fragt, aber lasst mich in Ruhe!

Ich will mir eigentlich nur die Decke über den Kopf ziehen und Fast Forward drücken.

Und gleichzeitig will ich eine neue No., die mal nicht sone Flachpfeife ist. Mit der ich Gedankenpingpong spielen und epischen Sex haben kann. Mit einer Schulter zum Anlehnen, aber ohne Klammerreflex.

Sehr realistisch. Und woher nehmen? Bei meinem Leben zwischen Arbeit, Bett und Kurs tue ich sicher keine No. auf. Und aus dem Netz fischen ist auch keine Option. Dann kommt gleich wieder „wann und wo und wie?“ und wenn die Antwort lautet, in 300 Millionen Wochen hab ich vielleicht mal ein Wochenende frei, heißt das natürlich, sie hat kein Interesse. Und die Flachpfeifendichte ist gewaltig.

FF. Ich drücke ganz feste auf die Fernbedienung. FF. MANNO!!!

Scheißegal

Ich habe lange nach einer Beschreibung für meinen derzeitigen Zustand gesucht. Konnte es irgendwie nicht fassen, nicht in Gedanken und schon gar nicht in Worte.

Ich bin schließlich darauf gestoßen: Gleichgültigkeit.

Es ist mir einfach alles total egal.

Ich – ja ICH – war eigentlich mal ganz zuversichtlich. Lief, ich sah mich auf einem guten Weg, wird schon, step by step, is schon immer irgendwie geworden.

Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass ich mich getäuscht habe. Dass ich mich ganz und gar nicht auf dem richtigen Weg befand, sondern in einer Sackgasse.

Also habe ich gegengesteuert, wollte raus da, zurück auf einen Weg. Habe mich angestrengt, habe gekämpft, habe gestrampelt – und nix erreicht.

Das hat mich deprimiert. Ich blies Trübsal, resignierte.

Und nun sitz ich hier und es ist mir egal und ich mach gar nix mehr.

Arbeit: Egal. Ich suche nichts Neues und mache Dienst nach Vorschrift. Und all den entstehenden Leerlauf nutze ich für Serien, Bücher (Notiz an mich selbst: Nur noch Bücher mit mehr als 300 Seiten mitnehmen, reicht sonst nicht für die ganze Schicht!), Facebook, Blog, Lernen für den Flauschige-Tiere-Kurs…

Ich selbst: Total egal. Keine Ahnung, wann ich mich das letzte Mal um mich selbst gekümmert habe. Mal ne Pediküre gemacht oder so. Darauf geachtet, was ich anziehe. Oder was ich esse. Habe in den letzten Wochen fünf Kilo zugenommen. Na toll! (Doch nich so egal…)

Andere Leute: Oje, egaler geht nicht!

Sex: … Lassen wir das.

Und wie meine Wohnung aussieht, lasse ich hier auch lieber unerwähnt…

Wann immer sich doch mal sowas wie ein Traum oder eine Wunschvorstellung in mein Hirn verirrt, muss ich über mich selbst lachen. Was für eine alberne Scheiße.

Vergiss es einfach…

Guter Vorsatz – frommer Wunsch?

Etwas will ich dann doch noch von 2017:

Eine würdige No. 8.

Jemanden, der mich anmacht, mit dem ich mich sexy fühle, den ich sexy finde, der meinen Körper und mein Hirn fickt, der mich aus meiner comfort zone treibt, der meine Kreativität weckt, bei dem ich mich fallen lassen kann.

Weiter nix.

Ich habe wieder Lust auf Lust.

2017 bitte nur mit Garantie

So, da ich in den kommenden drei Tagen für vier Tage arbeite, kommt meine Jahresrevue schon heute.

Schlimmer kanns ja auch nicht mehr werden – es sei denn, ich bin beim nächsten ICE-Unglück leifvorort.

Also, so viel steht schon mal fest: In Zukunft nehm ich neue Jahre nur noch mit zwei Jahren Garantie. Wenn das wieder sone Scheiße wird wie 2016, dann will ich dafür Ersatz!

Ich mein, es war ja herrlich: Erst waren wir personalknapp und ich habe immer schön sechs Tage die Woche neun Stunden am Tag gearbeitet – und das immer in der Frühschicht. Dann störte es ja kaum, wenn der Nachbar bis zum Sonnenaufgang seine Helene mit dem ganzen Haus teilte. Und wenn er mal nicht musiziert hat, lag ich da und hatte Angst, dass er musiziert und ich nicht zum Schlafen komme – weshalb ich nicht schlafen konnte.

Also ging ich monatelang todmüde zur Arbeit, fabrizierte Müll am Stiel, kam total k.o. nach Hause, legte mich erst mal aufs Ohr und freute mich über jede Minute Schlaf, die ich auf diesem Wege noch bekam.

Bei diesem Rhythmus – arbeiten, schlafen, versuchen zu schlafen und von vorn – fehlte die Energie für alles andere, Leben war gestrichen, die Jobsuche lag einigermaßen brach und die Versuche, die ich dennoch unternahm, waren reichlich halbherzig, weil mir dieser Scheiß mit Medien tierisch zum Hals raushängt.

Ich mein, es sind ja offensichtlich nur Idioten unterwegs, die den anderen Idioten neuen Stoff geben und sie alle sorgen für Hysterie und den Wettbewerb „Wer kreischt am lautesten und denkt sich die dümmste Reaktion aus?“ und ich sitze dazwischen mit klingelnden Ohren und denke: Das hab ich mir irgendwie anders vorgestellt. Eigentlich isses ja scheißegal, was ich mache, hört eh keiner mehr zu.

Dann das Drama mit Ankündigung mit meinem Pferdchen, das hat mich endgültig aus der Bahn geworfen und mein neuer Rhythmus sah etwa so aus: arbeiten, schlafen, Heulkrampf, schlafen, versuchen zu schlafen, dösen, Heulkrampf, dösen, Heulkrampf und von vorn.

Dass ich wochenlang nicht wusste, ob meine Oma sich nach ihrem Sturz wieder berappelt, war jetzt auch nicht grade hilfreich.

Mittlerweile hat sich das meiste wieder gelöst, wir haben einen neuen Mitarbeiter, der ist zwar ein Chauviarsch, aber er kann was – und er macht die Frühschicht. Dann kann der Nachbar bis um vier musizieren – schlaf ich halt bis mittags und mache nachts was anderes. Den Tod meines Pferdes habe ich einigermaßen akzeptiert und der Oma gehts wieder besser.

Der Job ist natürlich der gleiche Scheiß und die Ereignisse der vergangenen Woche werdens jetzt nicht grade erträglicher machen, aber jut. Irgendwas is immer. Muss mir halt was überlegen.

Die dicke, lähmende Watte ist aus meinem Kopf wieder raus. Das ist eine enorme Erleichterung.

Ich halt ja nicht viel von guten Vorsätzen, kann man eh nie einhalten, weil irgendwas is immer und dann is nur Frust und man weiß ja auch nie, obs nicht vielleicht doch noch ein bisschen schlimmer wird – so zwei, drei Szenarien fallen mir da schon noch ein – aber insgesamt bin ich ausnahmsweise mal ganz zuversichtlich.

Ich hoffe ja, dass mein Chef sich dazu bequatschen lässt, auf die neujährliche Gehaltserhöhung zu verzichten und stattdessen meine Wochenstunden auf 40 zu reduzieren, wie halt bei normalen Menschen.

Außerdem hab ich mich zu einer Wochenendausbildung für was mit Tieren angemeldet, die zwar ordentlich ins Budget haut und auch einiges von meiner oh so üppigen Freizeit in Anspruch nehmen wird, dafür werde ich wieder einigermaßen regelmäßig Viecher zwischen den Fingern haben.

Ich habe nicht mal den Anspruch, dass daraus tatsächlich mein zukünftiger Beruf wird (freue mich allerdings, wenn es doch klappt), ich hoffe nur, dass es für einen angemessenen Ausgleich für meine dämliche Arbeit sorgt. Und mein Hirn wieder in Bewegung bringt, das fehlt mir sehr.

Ich sag mir immer: Andere Leute haben teurere Hobbys. Oder ein Auto. Oder sogar beides. Da kann ich mir ja einmal die Woche Viechers gönnen und noch was dabei lernen.

Wird ja also wohl hoffentlich mal besser!

In diesem Sinne: Frohes Neues und gutes Gelingen.

Und wenns Mist ist, will ich Ersatz!