Zitternd in der Ecke

Michael kommentierte neulich unter meinem Bauchschmerzen-Post: „Wenn ich diese großen Veränderungen angehen müsste, läge ich wahrscheinlich zitternd in der Ecke.“

Der Satz ist mir nicht aus dem Kopf gegangen. Denn er drückt aus, was ich gern täte. Mich einfach zitternd in die Ecke legen und hoffen, dass sich einfach alles von alleine regelt.

Innerlich zittere ich wie Espenlaub. Mir ist schlecht und schwindlig und in meinem Kopf ist Watte. Wenn mir jemand eine einfach Frage zum Thema Umzug und neuem Job stellt, keife ich ganz aggressiv: „Weiß ich doch nicht!“ Weil die Watte in meinem Kopf überfordert ist.

Wäre das schön in der Ecke, wenn ich mich zitternd um nix kümmern müsste. Aber wann immer ich mich zum Zittern hinlege, fällt mir ein, was passierte, wenn ich mich um nichts kümmerte. Und die Angst davor ist noch größer als die Angst vor dem, was ich eben angehen muss. Denn es regelt sich nichts von allein.

Ich hoffe wirklich, dass es bald ausgestanden ist. Sonst gibt das noch nen Kurzschluss hier.

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Bauchschmerzen

Da bin ich jetzt gut zwei Monate arbeitslos und habe nichts von dem getan, was ich mir für die Zeit vorgenommen hatte. Nicht mal einfach genießen konnte ich die Zeit, weil mir immer die Frage auf den Magen schlug: „Was, wenn ich keinen neuen Job finde?“

Dann tat sich ein neuer Job auf und ich Volltrottel habe den Arbeitsbeginn auf den nächstsinnvollen Zeitpunkt gelegt, nicht etwa auf den 1. März oder so, ein Datum, das es mir ermöglich hätte, noch in Ruhe und ohne nervige Termine ein bisschen Südhalbkugelsommer zu genießen.

So bin ich in dieser kurzen Zeitspanne zwischen Zusage und Arbeitsbeginn damit beschäftigt, einen Umzug über mehrere Hundert Kilometer zu organisieren. Und nichts klappt, wie ich mir das vorstelle. Oarrr. Und ich bin wirklich ein alter Umzugshase: In den vergangenen zehn Jahren bin ich ohne Übertreibung fast 20 Mal umgezogen. (Davon allerdings mindestens etwa 15 Mal mit nicht viel mehr als einem Koffer…)

Und es ist nicht so, dass sich das Thema Zukunftsangst erledigt hätte. Ich hadere mit meiner Entscheidung, die ja nun schon aus der Verlegenheit heraus getroffen wurde, dass sonst nichts in Aussicht war. Ich fürchte, ich werde viel Zeit mit Dingen beschäftigt sein, für die ich mir immer zu schön war (ein Grund, warum ich nicht schon viel früher den Job gewechselt habe). Auf der anderen Seite werde ich mit Vielem konfrontiert sein, von dem ich keine Ahnung habe. Ich habe mich im Vorstellungsgespräch recht großkotzig gegeben und auch beim Gehaltswunsch auf die Kacke gehauen – ich fürchte, damit habe ich die Latte selbst ganz schön hoch gehängt. (Gut, die haben auch selber Schuld, dass sie meine Fähigkeiten nicht kritisch hinterfragt haben – tolle Journalisten – und meine Gehaltsvorstellungen einfach so geschluckt haben.)

Ich habe keine Ahnung, wie lange ich Bock auf den Job haben werde und ob ich überhaupt die Probezeit überstehe – und dafür ziehe ich jetzt ans Ende der Welt und versenke den ein oder anderen Euro in den Umzug.

Nein, mir ist nicht wohl dabei…

Was noch kommt.

Ein neuer Job mit mehr Geld und (hoffentlich) weniger Arbeitsstunden, ne neue Wohnung mit mehr Platz und Balkon… Nach zwei Jahren, in denen alles erst scheiße und dann beschissen war, wendet sich auf einmal vieles. Zum Guten? Ich mag einfach nicht dran glauben. Warum sollte der ganze Wahnsinn einfach so zu Ende sein? Bestimmt wird der Job scheiße, oder ich fliege schon in der Probezeit raus. Die Nachbarn sind furchtbar, die Bundesstraße doch lauter als gedacht.

Optimismus liegt mir nicht.

Bettlektüre

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Ein paar Hundert Kröten pro Monat mehr als bisher, weniger Wochenstunden, zwei Tage in der Woche frei, eine Woche mehr Urlaub, Sonntagszuschläge (!)…

Nun denn, lass es in der Pampa sein… Lernen und weiterziehen.

Wehret den Anfängen

Ich muss meinen Post von vorhin ein bisschen korrigieren.

Da bekomme ich ein Angebot für einen Job, der das, was ich bisher gearbeitet habe, mit dem verbindet, was ich studiert habe (wer hätte gedacht, dass man den sinnfreien Kram tatsächlich mal brauchen kann), der aber nur Teilzeit wäre und dann auch noch kacke bezahlt.

Kann man ja mal machen, um sich das Arbeitsamt vom Hals zu schaffen. Finanziell lohnend wäre das allerdings nicht. Mpf.

Also frage ich nach bei einer Zeitung, bei der ich vor Weihnachten vorsprach, was Sache ist, bevor ich aus Verlegenheit den Teilzeitjob annehme. Und siehe da, sie hätten sich „heute noch“ bei mir gemeldet. Ja klar. Und ja, sie wollen mich.

Nun gut. Kein Traumjob. Mitten in der Pampa. Aber mal ne „richtige“ Zeitung. Nix is besser als gar nix. Es ist auch nicht so, dass ich grad noch großartigere Alternativen im Rohr hätte.

Nun gut.

Da regt sich etwas in meinem Bauch… es könnte sowas wie Optimismus sein. RUHE DA UNTEN. Sowas, gibs ja nich. Viel zu früh dazu. Frech.